Mittwoch, 31. Juli 2019

Donnerbaum


Bo genießt den Sieg

Zweitag, dritter Zehntag im Tarsakh. Wir treffen uns alle wieder. Auch Talos hat Silberwaffen gekauft, sogar versilberte Pfeile, und Durum hat sich eine Vollplattenrüstung zugelegt. Wir reisen bei bestem Wetter den Fluß entlang gen Donnerbaum. Am frühen Abend errichten wir zum ersten mal die magische Hütte, bauen den Alarmfrosch auf, und ich schlafe herrlich ohne Wache halten zu müssen. Was für eine Verbesserung der Lebensqualität. Die anderen nörgeln, es wäre unsicher, und ich würde dann schön heulen, wenn der Esel tot ist. Aber nichts passiert.

Dreitag, dritter Zehntag im Tarsakh Morgens stoßen wir auf schlammige kleine Hütten am Fluß, aus denen auf einmal ein Halbling gerannt kommt: "Weg hier, schnell! Rennt!!" Da birst auch schon ein großes Monster aus dem schlammingen Untergrund, das aussieht wie ein Hai mit Klauen. Es taucht direkt wieder unter, um bei Durum und Orsik erneut hervorzubrechen, und sich auf die beiden zu stürzen. Ich meine das nicht figürlich. Zum Glück trifft Talos es genau ins Auge, und wir sind alle frisch und voller Tatenkraft, so daß wir es töten können. Glück gehabt, das hätte auch ganz anders ausgehen können. Der Halbling, der sich als Meister Grasqualm vorstellt, lebt hier mit seiner Familie und ein paar andren Halblingsfamilien. Er läd uns zu sich nach Hause ein. Leider ist die Tochter häßlich, Zahnlücke und Warze. Naja. Der gute grillt Steaks von dem "Land-Hai", und wir essen gut unterhalten uns nett, nehmen die Klauen des Hais als Trophäe, und übernachten hier. Grasqualm warnt uns vor Zombies in Donnerbaum, die mit Ausbruchs des Hotenow vor dreißig Jahren hierher kamen.

Viertag, dritter Zehntag im Tarsakh. Wir reisen weiter nach Donnerbaum. Der Ort ist fast völlig überwuchert, über ihm trohnt ein verfallener Turm auf einem Hügel. Ein Schild am Ortseingang warnt vor "Pflanzen UND Zombies". Die meisten Häuser sind Ruinen. Wir finden eines verschlossen und noch gut erhalten, es ist aber niemand daheim. Dann werden wir mehrfach von gemeinen Pflanzenwesen angegriffen, die sich nicht von Büschen unterscheiden lassen, solange sie still stehen. Einige davon können auch Ranken aus dem Boden schießen lassen. Wir hacken und brennen sie weg, ich schläfere einige ein und zerschmettere andere.

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Im nächsten Haus, es war wohl einmal eine Art Laden,  haben sich vier Riesenspinnen eingenistet. Wir kennen diese gefährlichen Kreaturen schon. Nachdem sie tot sind, finden wir in die Netze eingesponnnen zwei Leichen, einen Bauern, und einen Elfen, der noch einen Heiltrank und etwas Gold und Silber dabei hat. Im Haus danach stoßen wir auf "Aschezombies". Diese sind schneller und geschickter als die Zombies mit denen wir es bisher zu tun hatten, und wenn man sie schlägt, stauben sie eine Wolke von Asche aus, die blendet und zum Husten zwingt. Orsik kann mit der Macht Ilmaters (er ruft einen seiner Heiligen an, Sankt Cuthbert) einen zerstören, Talos erschießt den anderen. Dann finden wir die Apotheke, und das Amulett, das einen kleinen Smaragd trägt, und etwa 200 gp wert ist.

Schließlich stoßen wir auf ein gut erhaltenes Haus, darin sind Menschen mit gehörnten Ledermasken. Der Anführer stellt sich als Vavrik vor, und erzählt sie würden die göttlichen Wesen verehren, die Drachen, und im Turm des Dorfes lebe ein junger, grüner Drache. Wir sind recht freundlich, und Vavrik tritt heraus, obwohl Talos von hinten ruft, er würde alle grünen Drachen töten. Vavrik ist ein Drakonier mit Schuppen und großem Maul. Als Talos ihn sieht, ruft er "Ein Drakonier? Rache dafür ihr mich gefangen gehalten und misshandelt habt! Sterbt!" Und greift an. Vavrik speit einen Blitz, der uns ähnlich schlimm wie der Feuerball verbrennt, zum Glück kann ich mich hinter eine Mauer ducken und den Schaden begrenzen.  Ich webe zum ersten mal ein hypnotisches Muster, dem die Hälfte der Kultisten verfällt. Die anderen sind zähe Kämpfer. Vavrik schlägt sich verletzt in die Büsche während wir noch mit ihnen beschäftigt sind.

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Er unterschätzt die Tödlichkeit von Talos. Der erspäht ihn, wie er in der Ferne über die Baumkronen fliegt, und schießt ihn ab. Während Orsik die Gefallenen stabilisiert und fesselt, sammeln Talos und ich den gefallenen Halbdrachen ein. 

Talos erzählt seine Geschichte: "Mein Stamm hatte einen Edelstein, in dem ein uralter grüner Drache namens Giftspeichel gebannt war. Wir lebten im Schutze eines Zauberbanns - kein Fremder konnte unser Gebiet finden, der nicht von einem Stammesmitglied eingeladen wurde. Eines Tages fand meine Schwester an den Grenzen unseres Gebietes einen schwer verletzten Halbelben. Gutherzig wie sie war, nahm sie ihn auf und pflegte ihn gesund. Sie verliebte sich in ihn und wollte ihn heiraten, wodurch er zu einem Mitglied des Stammes würde. Es war eine Falle -- er war ein böser Magier, der mit den Drakoniern im Bunde stand. Noch in der Hochzeitsnacht fielen die Drakonier über uns her, töteten die meisten, Frauen wie Kinder, und versklavten den Rest, so auch mich. Sie befreiten den Drachen. Ich war noch ein junger Elf, und verbrachte Jahrzehnte als ihr Sklave. Daher hasse ich alle Drakonier, und grüne Drachen insbesondere, und will Giftspeichel töten."

Durum gelobt, Talos zu helfen. Es sieht so aus, als ob wir eine neue Aufgabe haben.

Dann heben wir im Nachbarhaus ein Grab aus, in dem wir die Leichen der Spinnenopfer und einen der Kultisten, der es nicht überlebt hat, bestatten. Orsik spricht eine Messe. 

Wir verhören Vavrik, ich bezaubere ihn mit einem Vorschlag, so daß er es für eine gute Idee hält, uns alles zu erzählen. Er berichtet dass er Teil eines Kult des Drachens ist, der früher versuchte, Drachen als Untote zu erwecken. Seit einiger Zeit hatten sie einen neuen Anführer, Severin Silrajin, der sich zum Ziel gesetzt hat, lebende Drachen als Verbündete des Kultes zu gewinnen. Er hat ihn aber noch nie gesehen. Sein direkter Anführer, Langderosa Tyanwrath, ein blauer Halbdrache wie er selbst und starker Kämpfer, führt eine Gruppe von mehreren duzend an, die ihr Lager einige Tagesreisen östlich am Fuß der Sterneisenhügel hat. Er war vor Jahren auch bei der Truppe, die Giftspeichel befreite, meinte aber, die Sklaven seinen alle lang verkauft. Seine Aufgabe hier war den grünen Drachen zu rekrutieren.

Der Drache ist noch recht jung, zu jung um zu Zaubern. Er wollte ihn mit drei Smaragden bestechen, die wir auf dem Tisch in einem Kästchen finden, und die Durum und ich auf Juwelen im Wert von mehreren tausend Gold pro Stück einschätzen. Er wollte auch uns als "Geschenk" Opfern, wenn wir ihn dorthin begleitet hätten. Er meint, grüne Drachen würden alte Wälder Lieben, die Korruption des Guten, grüne Steine und Speisen wie Spinat und Gurken, und würden tödliche Giftwolken ausatmen - selbst ein junger Drache wie dieser könnte eine Wolke von gut 30-40 Fuß Durchmesser atmen. 

Sie wären seit etwa vier Tagen hier, und hätten den Drachen fünf mal gesehen, wie er bei Tag oder Nacht aus dem Turm oben herausgeflogen sei, auf Jagd. Meist wäre er nicht länger als eine halbe Stunde weg gewesen, wahrscheinlich weil er schon einen Hort hatte, den er nicht unbewacht lassen wollte. Den Ort hatten sie sonst noch nicht weiter erkundet - sie waren auf einige der Zweigpest-Wesen gestoßen, und im Norden gab es wohl eine größere Horde Untoter. 

Wir beschließen Rast zu machen, im Haus der Kultisten. Wir bringen alle Tiere in den Vorraum, keilen die Tür zu, und errichten für uns die kleine Hütte im Hauptraum, wo wir auch die gefesselten Kultisten verwahren. 

Fünftag, dritter Zehntag im Tarsakh. Nachts um eins, Durum und Orsik halten Wache, espähen sie aus dem Fenster aus dem sie den Turm beobachten eine große Rotte Zombies, darunter auch zwei Zombie-Oger, von Norden unsere Stellung angreifen. Die Oger haben Morgensterne und beginnen die Türen zu zerstören. Sie verhalten sich gezielt und intelligent. Orsik zerstört einen Haufen der Zombies mit der Macht von Ilmater, als jemand unsere schützende Hütte entzaubert. In den Ruinen des Hauses gegenüber erspähen wir Hamun Kost. 

"Was verfolgt ihr mich um meine Arbeit zu stören!? Gebt mir mein Eigentum wieder!"

"Herr Nekromant, lasst ab von Eurem Angriff, noch könnt ihr Euch zurückziehen. Den Ring haben wir von Euch eingetauscht in fairem Handel. Eure Perle kann ich Euch zurückgeben. Pfeift eure Untoten zurück, sonst können wir Euch nicht noch ein zweites Mal veschonen." rufe ich.

Er scheint willens zu verhandeln, doch während ich noch mit ihm Rede schießt der ärgerliche Talos weiter auf die Zombies. "Was redet ihr mit dem!? Das sind Untote! Ich zerstöre sie alle!". Die Zombies greifen weiter an. Mit Mühe, wir sind immer noch müde von den Kämpfen des langen Vortages, metzeln wir die Zombies nach und nach nieder, während Hamun, sich hinter einer Mauer vorbeugend, von nebenan immer wieder störende Zauber einstreut, Strahlen der Schwächung und ähnliches. Einmal erwische ich ihn dabei mit meiner Armbrust. 

Dann schwärmen Durum und ich aus, um ihn zu stellen. Er rennt durch die Dunkelheit davon, und springt mit Nebelschritt-Zaubern. Aber sowohl Durum als auch ich sind in einem Zustand hellster Wachsamkeit, und lassen uns nicht abschütteln. Schließlich scheinen wir seine Spur verloren zu haben, als ich ihn im Schein meiner Laterne hinter einem Gebüsch am Fuße des Drachenturms erspähe, wo er versucht sich zu verstecken. Wir wollen ihn gerade gefangen nehmen, als wir oben von der Kuppe des Turms ein rascheln und räuspern hören: als ich nach oben sehe, blickt der Drache auf mich, der ich offen sichtbar mit Laterne auf dem Weg stehe, herab. 

Um Zeit zu gewinnnen, und ihn gnädig zu stimmen, grüße ich: "Edler Herr Drache, ich hatte von Eurer Herrlichkeit gehört , verzeiht die Störung zu dieser unangemessenen Uhrzeit, ich kann Eure Pracht ja gar nicht richtig würdigen bei diesem Licht. Ich komme später wieder", und erzähle einen magischen Witz -- der Drache beginnt tief zu Lachen.

-- 27.8.2019

Er findet meinen Witz köstlich, lacht und lacht. In der Zwischenzeit sticht Durum den von mir magisch eingeschläferten Nekromanten nieder. Dann fliegt der Drache zu mir herunter, Durum stiehlt er sich ungesehen davon.

"Das ist der Beste Witz den ich je gehört habe, erzähl mir noch einen!"

"Ah das war in der Tat der Beste den ich kenne, aber wenn ich wiederkomme, dann bringe ich mehr." Ich erzähle einen normalen Witz, sogar recht gut.

"Soso ein Hobbit. Wo kommst Du her, und was machst Du hier?"

"Einige meiner Verwandten leben nicht weit von hier, untem am Fluss. Ich habe von Eurer Pracht gehört, und wollte Euch meine Aufwartung machen, Herr Drache, denn ich habe gehört dass ihr Smaragde liebt, und ich wüsste wo ich drei sehr wertvolle finden kann.  Wie heißt ihr denn?"

"Ich bin Giftzahn. Und bist Du alleine hier? Wo sind die Zombies?!"

"Ich bin ein selbständiger Hobbit. Ich habe die Zombies umgebracht, sie werden Eure feinen Sinne nicht länger belästigen. Auch der Nekromant ist beseitigt,  als Gastgeschenk für Euch. Er liegt dort drüben im Busch. Er kam aus dem Fernen Thay, und suchte hier nach magischen Artefakten."

"Artefakte?! Das hört sich gut an. Hmm, der hat nicht viel, eigentlich gar nichts, kein Gold."

"Wahrscheinlich hat er alles ausgegeben, um die Zombies zu beseelen. Ich habe gehört, das soll recht kostspielig sein, mit Staub von Schwarzen Perlen oder so."

"Und Du hast die Zombies alle allein getötet? Waren recht viele!"

"Man kann ihnen leicht davonlaufen, sie sind ziemlich langsam."

"Was sind das dann für Kampfgeräusche da hinten?" 

"Ähm, ach das. Das sind nur meine Bediensteten, die sich um meinen Hund und so kümmern. Wahrscheinlich roden sie gerade noch diese seltsamen Pflanzenwesen, die hier auch überall wachsen. Nichts was Eure Nachtruhe stören sollte."

"Was für Bedienstete? Führ mich zu ihnen!"

"Ich bin ein bekannter Künstler, ich war in der großen Stadt. Natürlich kann ich nicht ohne Angestellte durch die gefährliche Wildnis reisen, das könnt ihr Euch ja denken. Sie sind aber völlig unbedeutend, und ich will nicht Eure Zeit verschwenden, und Euch von Eurem wohlverdienten Schlaf abhalten wegen ihnen. In der Tat, es ist mir sehr peinlich, und ich bitte vielmals um Verzeihung, dass ich Euch zu dieser Stunde gestört habe. Das war keine Absicht, ich wollte Euch eigentlich am Tage besuchen, um Euch Euer Geschenk zu bringen, nur wurde ich leider von den Zombies angegriffen."

"Geschenk? Was für ein Geschenk?"

"Ich habe mit dem Gold das ich in der Stadt verdient habe eine magische Statue aus grünem Stein erstanden für Euch. Ich habe gehört, Grüne Drachen lieben grüne Juwelen. Sie ist verzaubert, und warnt vor Angreifern."

"Zeig sie mir."

Ich hole den Malachitfrosch heraus, und führte ihm vor, wie er funktioniert. Er gefällt ihm. Da sieht er meine Schalmei.

"Das da will ich auch. Ich mag Musik."

"Überhaupt kein Problem, es ist mir eine Ehre, dass ihr Euch für mein Instrument interessiert. Gerne überlasse ich es Euch, wenn es Euch gefällt. Und hättet ihr auch noch Interesse an den Smaragden?"

"Ja, wo sind sie?"

"Nicht all zu weit von hier. Ihr versteht dass ich Euch den genauen Ort nicht nennen kann, denn ich kann ja nicht wissen, ob ihr mir wohl gesonnen bleibt,  und so bin ich von Euch von mehr Wert, wenn ich noch lebe. Ich denke, in spätestens zehn Tagen sollte ich wieder hier sein damit."

"Wie bekommst Du sie?"

"Ah, ich bin klein und kann gut schleichen und mich verstecken. Ich weiß wo sie aufbewahrt werden, in einer Schatulle. Da kann ich mich hinschleichen, und versuchen, sie in meinen Besitz zu bringen."

"Und warum tust Du das alles?"

"Herr Giftzahn, ihr seid ein mächtiger Drache, der bald über diese ganze Region herrschen wird. Ich weiß, es ist etwas gewagt, aber ich glaube, wenn ich da in Euren guten Büchern stehe wird es mein Schade nicht sein. Natürlich seid ihr zu nichts verpflichtet, das versteht sich."

"Hm. Nun gut, Du kannst gehen. Aber ich werde Deinen Verwandten am Fluss mal einen Besuch abstatten. Und wenn Du in zehn Tagen nicht mit den Smaragden zurück bist, dann werde ich sie alle töten."

"Eine vollkommen verständliche Haltung, das scheint mir nur fair. Seid bedankt!"

Und während der Drache sich wieder in seinen Turm verzieht mache ich einen tiefen Kratzfuss. Dann sammle ich noch das Zauberbuch des sterbenden Nekromanten ein, und durchtrenne zur Sicherheit seine Kehle. Er soll uns nicht noch einmal angreifen, und auch nicht dem Drachen irgendetwas über uns erzählen. Wir hatten ihn gewarnt.

Zurück bei den anderen packen wir sofort unsere Siebensachen. Wir beleben die Gefangenen mit Gutbeeren wieder, und machen uns dann auf in Nacht und Nebel, Richtung Nimmerwinter. Nach etwa zwei Stunden rasten wir im Schutze eine kleinen Wäldchens, ich errichte die Hütte.

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